Vorhang auf für die Gerechtigkeit: Ein Vormittag voller Impulse an der Heinrich-Böll-Schule
Wenn Theater auf Weltverbesserer trifft, entsteht oft eine ganz besondere Magie. Genau das war kürzlich in der Aula der Heinrich-Böll-Schule (HBS) in Hattersheim zu spüren. Unter dem motivierenden Motto „FAIRSEIN – Wie geht das eigentlich?“ verwandelte das Ensemble um die renommierte Theaterschauspielerin Sonni Maier die Bühne in einen lebendigen Ort des Nachdenkens, Lachens und Handelns.
Zu Beginn der Veranstaltung hießen der Schulleiter Herr Dr. Heither sowie der Leiter der Fairtrade AG, Sebastian Abstein, die Gäste herzlich willkommen und stimmten auf die kommenden Impulse ein. Rund 130 begeisterte Schülerinnen und Schüler waren der Einladung gefolgt. Dass das Thema weit über den Lehrplan hinausreicht, bewies auch die prominente Unterstützung aus der Stadt: Sowohl Eva Nees, die Vorsitzende der Steuergruppe „Fairtown“, als auch Bürgermeister Klaus Schindling ließen es sich nicht nehmen, Teil dieses besonderen Events zu sein.
Anlässlich des World Banana Days schlug das Team von Sonni Maier eine eindrucksvolle Brücke zwischen globalen Missständen und unserem alltäglichen Handeln, indem sie aufzeigten, dass Fairness bereits beim Frühstück oder dem morgendlichen Griff in den Kleiderschrank beginnt. Dabei war das Programm weit mehr als nur ein klassischer Vortrag; es entfaltete sich ein mitreißendes Mitmach-Theater, das den schmalen Grat zwischen humorvoller Unterhaltung und tiefgründigem Ernst perfekt meisterte. Mit viel Charme und schauspielerischem Geschick wurden komplexe Zusammenhänge greifbar gemacht, während die Schülerinnen und Schüler nicht bloß als Zuschauer fungierten, sondern aktiv in die Lösungssuche einbezogen wurden.
Besonders die Schattenseiten der „Fast Fashion“ und die bittere Realität hinter der Produktion unserer Schokolade sorgten für sichtlich nachdenkliche Momente im Publikum. Warum kostet ein T-Shirt weniger als ein belegtes Brötchen und wer zahlt am Ende den wahren Preis für den süßen Genuss, wenn Kinderarbeit auf Kakaoplantagen noch immer bittere Realität ist? Die Inszenierung schaffte es, diese unbequemen Fragen so zu verpacken, dass sie nicht deprimierten, sondern zum Umdenken motivierten. Es ging darum, den eigenen ökologischen Fußabdruck und die Macht des Konsums zu verstehen, ohne dabei den mahnenden Zeigefinger zu fürchten.
Ein abschließendes Highlight für viele war die anschließende Diskussionsrunde, in der sich eindrucksvoll zeigte, wie tief die Themen die Jugendlichen bewegten. Mit klugen Fragen und kreativen Ideen diskutierten die Schüler gemeinsam mit den Gästen über nachhaltige Alternativen und die Verantwortung, die jeder Einzelne im Kleinen trägt.
Dass Theorie und Praxis an diesem Tag Hand in Hand gingen, wurde nach dem Ende der Veranstaltung spürbar: Passend zum Thema konnten die Schülerinnen und Schüler zum Abschluss direkt den Geschmack von Gerechtigkeit erleben und ihre faire Banane snacken. So endete der Vormittag nicht nur mit viel neuem Wissen, sondern auch mit einem ganz konkreten Zeichen für bewussten Konsum.
„Es ist inspirierend zu sehen, mit wie viel Herzblut und Sachverstand sich die junge Generation hier in Hattersheim für eine gerechtere Welt einsetzt“, so der Tenor des Vormittags.
Die Veranstaltung an der HBS hat einmal mehr bewiesen, dass Schule der ideale Ort ist, um globales Bewusstsein zu wecken. Dank der Initiative der Fairtrade AG und der mitreißenden Darbietung von Sonni Maier wurde klar: Fairsein ist kein abstrakter Begriff, sondern eine tägliche Entscheidung. Ein gelungener Vormittag, der sicher noch lange in den Köpfen der Schulgemeinde nachwirken wird – für eine Zukunft, die Hattersheim ein Stück weit fairer werden lässt.